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Halle war am Ende des 18. Jahrhunderts der viertgrößte Verlagsstandort im Alten Reich. Aus diesem Grund, aber auch, weil diese Ausstellung das VD18-Projekt am Standort in Halle in den Blick nimmt und auf den Beständen der daran beteiligten Bibliotheken beruht, sind Verlagserzeugnisse aus Halle überproportional häufig in dieser Ausstellung vertreten.

Den im VD18-Katalog gespeicherten Datensätzen kann entnommen werden, mit wie vielen Veröffentlichungen bestimmte Verlage im VD18 vertreten sind. Dieses Balkendiagramm zeigt die zehn in Halle ansässigen Verlage mit den am meisten im VD18 digitalisierten Titeln. Quellenbasis: Die Graphik bezieht sich auf die von Herrn Dr. Hartmut Beyer, Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, bereitgestellten, aus 226.000 Titeleinträgen basierenden Daten im VD18-Katalog. Insgesamt konnten 9.259 Titeleinträge identifiziert werden, die im Zusammenhang mit dem hallischen Buchgewerbe stehen. Von diesen wiederum waren 4.406 für das Balkendiagramm relevant. Quelle: VD18-Katalog. Stand: 1. September 2021

Oder: Kurz und fast ehrfurchtsvoll nur als »Der Dreyhaupt« bezeichnet, gilt das Hauptwerk des Verfassers als die maßgebliche Chronik für die Geschichte der Saalestadt. Für mich übten die beiden mächtigen zumeist in Leder gebundenen Folianten bereits als Schüler eine fast magische Anziehungskraft aus. In ihrer Zusammenstellung und fast erreichten Vollständigkeit bietet diese Chronik mir noch heute als Stadtarchivar einen schnellen Überblick über die Stadt- und Regionalgeschichte bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts.
Ralf Jacob, Stadtarchivar

Dreyhaupt, Johann Christian von: Pagus Neletici Et Nudzici, Oder Ausführliche diplomatisch-historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Ertz-Stifft, nunmehr aber durch den westphälischen Friedens-Schluß secularisirten Hertzogthum Magdeburg gehörigen Saal-Creyses […]. Bd. 1.
Halle: Schneider, 1749
Halle, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt: 15 WC 29 (1)
Halle, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, VD18 80294677
Aufgeschlagen: S. [1097]: Die Marktkirche zu Halle, Tab. IX
https://digitale.bibliothek.uni-halle.de/urn/urn:nbn:de:gbv:3:1-476451

Der große Erfolg August Hermann Franckes und das weltweite Ansehen seines Werks beruhten ganz wesentlich auf seiner systematischen und sehr gekonnten publizistischen Arbeit. Davon zeugt auch und vor allem sein vielleicht prominentestes Buch Segens=volle Fußstapfen. Dabei handelt es sich, wie es der Titel im weiteren Verlauf benennt um eine Nachricht von dem Waysen=Hause und übrigen Anstalten zu Glaucha vor Halle, die 1701 erstmals erschien und in den Folgejahren mit Fortsetzungen wiederholt aufgelegt wurde. Die bekannteste und vollständigste Ausgabe stammt von 1709. Es handelt sich im Kern um eine Darstellung der frühen Anstaltsgeschichte, die jedoch nicht als chronikalischer Sachbericht daherkommt, sondern vielfältige publizistische Formate geschickt kombiniert und zu einem abwechslungsreichen Kaleidoskop verarbeitet. Die Schilderung der eigentlichen Aufbauarbeit, deren Ton Francke absichtsvoll sehr persönlich und subjektiv setzt, wird von wichtigen Dokumenten, wie der Glauchaschen Almosen=Ordnung und dem Gründungsprivileg, unterbrochen, aber auch von Bibelgeschichten, von anschaulichen Fallbeispielen und Einzelepisoden sowie von Briefauszügen und Spendenlisten. Die Nachricht geht auch ausführlich auf die zahlreichen Kritiker und deren Einwürfe ein. Wie ein roter Faden zieht sich die Grundbotschaft durch die Fußstapfen, dass dieses Werk allein der göttlichen Providenz zu verdanken sei.
Prof. Dr. Thomas Müller-Bahlke, Stiftungsdirektor

Francke, August Hermann: Segens-volle Fußstapfen des noch lebenden und waltenden liebreichen und getreuen Gottes […]. Jetzo aber zum dritten mal ediret, und bis auf gegenwärtiges Jahr fortgesetzet.
Halle: Waisenhaus, 1709.
Halle, Bibliothek der Franckeschen Stiftungen: 99 H 23b
Halle, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt, VD18 9046673X
https://digitale.bibliothek.uni-halle.de/urn/urn:nbn:de:gbv:3:1-706961

Fortschritt und Optimismus

Diese Inselutopie des Schriftstellers Sinold von Schütz (1657–1742) erschien erstmals anonym 1723 und belegt den Einfluss des Pietismus auf die Literatur. Christliche Werte und Tugenden bilden die Grundlagen einer funktionierenden Gesellschaft auf der Insel »der Zufriedenheit«. Dabei erinnert die Kirchenorganisation des Inselstaates an das Konventikelwesen Philipp Jakob Speners (1635–1705). 

Dessen Regierungs-Art, Beschaffenheit, Fruchtbarkeit, Sitten der Einwohner, Religion, Kirchen-Verfassung, und dergleichen, samt der Gelegenheit wie solches Land entdecket worden, ausführlich erzehlet wird.
Nürnberg: Monath, 1749
Halle, Bibliothek der Franckeschen Stiftungen: 172 M 16
Göttingen, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek, VD18 10250891
https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN629468435

Im bemannten Ballon sahen die Zeitgenossen der Aufklärung eine Ikone der Freiheit und der menschlichen Erfindungskunst. In diesem Büchlein wird dessen möglicher Einsatz in der Kriegsführung erörtert. Dies war insofern prophetisch, als die französische Revolutionsarmee bereits 1793 die ersten Ballons zur Beobachtung des Feindes einsetzte.

Hayne, J. C. G: Versuch über die neuerfundene Luftmaschine des Herrn von Montgolfier, besonders in wie fern solche in der Kriegskunst eine Aenderung machen, und einem Staate nüzlich und nachtheilig seyn könne […].
Berlin; Stettin: Nicolai, 1784
Halle, Bibliothek der Franckeschen Stiftungen: 162 F 31
Göttingen, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek, VD18 10612297
https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN644258551

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