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Das 18. Jahrhundert wird digital. Wie kommt das Buch aus dem Regal ins Netz?

Wie kommt ein Buch raus aus dem Regal und rein ins Netz? In dieser Präsentation wird der Digitalisierungsworkflow in der Universitäts-und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Text und Bild anschaulich erklärt. Den vielen Menschen, die daran beteiligt sind, wird gewissermaßen über die Schultern geschaut: dem Restaurator, der prüft, ob die Bücher überhaupt digitalisiert werden dürfen, der Magazinerin, die die Bücher aus den Regalen holt, den KatalogisiererInnen, die Titel normgerecht katalogisieren, den ScanoperatorInnen, die die Bücher Seite für Seite auf unterschiedlichen Scannern bestandsschonend digitalisieren und die Qualität der Images prüfen und den IT-Kräften, die für die Langzeitarchivierung der Digitalisate sorgen, um nur einige Schritte des hoch komplexen Workflows zu benennen.

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Wie kommt ein Buch raus aus dem Regal und rein ins Netz? In dieser Präsentation wird der Digitalisierungsworkflow in der Universitäts-und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Text und Bild anschaulich erklärt. Den vielen Menschen, die daran beteiligt sind, wird gewissermaßen über die Schultern geschaut: dem Restaurator, der prüft, ob die Bücher überhaupt digitalisiert werden dürfen, der Magazinerin, die die Bücher aus den Regalen holt, den KatalogisiererInnen, die Titel normgerecht katalogisieren, den ScanoperatorInnen, die die Bücher Seite für Seite auf unterschiedlichen Scannern bestandsschonend digitalisieren und die Qualität der Images prüfen und den IT-Kräften, die für die Langzeitarchivierung der Digitalisate sorgen, um nur einige Schritte des hoch komplexen Workflows zu benennen.

Die Biographie eines Buches

Christliches Lehr-, Beicht- und Bät-Büchlein, vor Gottselige Communicanten […].

Aus unterschiedlichen Christlich- und gottseligen Lehrern und Büchern mit Fleiß zusammengetragen, mit einer Vorrede D. Philipp. Jac. Speners. Frankfurt/Main: Zunners Erben; Jung, 1716 Halle, Bibliothek der Franckeschen Stiftungen: 11 F 1 Halle, Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt: VD18 12852686

»Darf ich mich vorstellen? Ich bin ein Gebetbuch, das unter dem Titel Christliches Lehr-, Beicht- und Bät-Büchlein, vor Gottselige Communicanten 1716 in Frankfurt am Main das Licht der Welt erblickt hat. Durch eine Vorrede des berühmten Theologen Philipp Jakob Spener wurde ich bekannt und in frommen Kreisen viel gelesen.«

»Ich war nicht die erste Ausgabe dieses Buches. Bereits 1667 hat Spener in einem Brief an einen angesehenen Frankfurter Bürger meinen Vorfahren erwähnt.«

Transkription

Brief von Philipp Jakob Spener an einen Frankfurter Bürger.

Frankfurt/Main, 9. November 1667.
Halle, Archiv der Franckeschen Stiftungen: AFSt/H  A 143 : 111b

Der früheste Beleg für Speners »Christliches Lehr-, Beicht- und Bät-Büchlein, vor Gottselige Communicanten« findet sich in einem Brief an einen unbekannten Frankfurter Bürger vom 9. November 1667:

»In vester zuversicht, daß ja dermaleins unsere arbeit nicht vergebens sein werde, übersende ich hiebei gegenwärtiges under meiner inspection getrucktes büchlein mit bitte solches, alß darin die ursachen der H[eiligen] Communion und waß zu würdiger vorbereitung gehöret, zimlich erkläret wird, mit andacht zulesen und etwa die morgende sabbathsfeyer dahin anzuwenden. Der grundgütige Gott verleihe dazu seinen geist und gnade, daß ihm sein wort vielmehr ein geruch des lebens zum leben, alß, welches endlich bei beharrlicher verweigerung sein würde, ein geruch de todes zum todt werden möge.
Nechst welchem hertzlichen wunsch ich verbleibe M[eines] gr[oß] g[önstigen] Hochg[eehrten] H[errn] zu gebet und treuen diensten freundwilliger [Philipp Jacob Spener, D.]
den 9. Nov. 1667.«

»Mein erster Herr war ein vermögender Mann, Carl Hildebrand von Canstein aus Berlin, der mich in Pergament einbinden ließ und mir die Nummer 266 für kleine Bücher im Format Duodez in seiner großen Bibliothek zuwies. Er trug meinen Titel unter dieser Nummer in seinen imposanten Bibliothekskatalog ein. Diese Zahl ist noch heute gut auf meinem Buchrücken zu erkennen.«

Die Bücher aus Cansteins Bibliothek sind in zwei dickleibigen, imposanten Handschriftenbänden überliefert. Es handelt sich um einen nach Fächern geordneten Gesamtkatalog, der Titel bis zum Erscheinungsjahr 1717 verzeichnet und teilweise von Canstein selbst geführt worden ist, und einen Spezialkatalog, der eine saubere, ergänzende Abschrift des theologischen Teils darstellt und bis 1719 reicht. Daraus aufgeschlagen ist die Seite mit dem Eintrag zu dem Gebetbuch: »[Phil. Jac. Speneri] Vorrede zu einem Communion-Büchlein. Frkf. 1716.  12  266«. Die Signatur 266 ist noch heute gut auf dem Buchrücken zu erkennen.

»Im Laufe der 300 Jahre, die ich nun schon in Halle bin, haben sich die Bibliothekare immer wieder neue Ideen ausgedacht, wie ich schnell und besser gefunden werde, zunächst in einem Band-, dann in einem Zettel- und zuletzt in einem elektronischen Katalog.«

»2020 wurde ich mit einem Bücherauto in die Universitäts- und Landesbibliothek in der August-Bebel-Straße gebracht. Ich war ganz aufgeregt, als ich vorsichtig auf einen Scanner gelegt und Seite für Seite digitalisiert wurde. Mich gibt es nun real und digital und mein Inhalt kann weltweit zu jeder Zeit gelesen werden.«

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Die Bibliographie eines Buches

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